19) Mechanischer Einbruchschutz oder Alarmanlage?

 

 

Fragen Sie sich, ob bei Ihnen mechanischer Einbruchschutz oder eine Alarmanlage wirkungsvoller ist? Provokativ könnte man den Unterschied zwischen diesen beiden Massnahmen so formulieren: Der mechanische Einbruchschutz verhindert den Einbruch, eine Alarmanlage dagegen meldet einen verübten Einbruch.

Um die oben gestellte Frage vernünftig beantworten zu können, bedarf es jedoch zusätzlicher Informationen. Für die Beurteilung eines konkreten Falls sind insbesondere die folgenden Faktoren relevant:

1. Objektstandort:

Land, Agglomeration, Stadt, Zugangsmöglichkeiten (z.B. Autobahn) usw.

2. Bauart des Objekts:

Wohnung, Einfamilienhaus, Landhaus mit Umschwung, Bepflanzung usw.

3. Eigentümereigenschaften:

Familie mit Kindern, ältere Leute, Persönlichkeiten usw.

4. Bausubstanz:

Beschaffenheit der Türen, Fenster und deren Verschlüsse usw.

5. Interventionszeiten:

Zivile Hilfe oder professionelle Hilfe durch Polizei, Wachdienste usw.

6. Schutzwerte:

Personen, Güter, Sachwerte, Sammlungen usw.

Erst durch eine objektive Auswertung der oben aufgeführten Punkte kann das Schutzziel konkret definiert und eine fundierte Aussage bezüglich sinnvoller Massnahmen gemacht werden. Hohe Risiken können meist nur mit einer mechanischen und elektronischen Nachrüstung abgedeckt werden.

Unabhängig von konkreten Situationen gilt, dass Alarmanlagen ohne vernünftige Einbruchswiderstandszeit nur geringen Nutzen bringen. Wenn beispielsweise das Glas einer Bijouterie mit einem Schlag durchbrochen wird, die Diebe mit einem Handgriff Wertsachen von mehreren Tausend Franken erbeuten und mit einem Motorrad entkommen, dann bringt eine Alarmanlage nicht viel. Oder noch schlimmer: Die Diebe könnten die Eingangstüre in 1 bis 2 Minuten überwinden, die Alarmanlage finden und diese gewaltsam von der Sirene abtrennen.

Einzelne Hersteller verbinden die Mechanik mit der Alarmanlage. In den Tür- und Fensterelementen werden sogenannte Sollbruchstellen eingebaut. Beim gewaltsamen Durchbruch der Sollbruchstellen wird ein Alarm ausgelöst. Der „zweite Teil“ der mechanischen Elemente hat das Ziel, den Einbrecher möglichst lange vor dem Objekt aufzuhalten oder den Einbruch gar zu verhindern. Je länger diese Einbruchswiderstandszeit ist, desto grösser ist die Chance, dass der Einbrecher angehalten werden kann oder dass er von seinem Vorhaben absieht.

Beim mechanischen Einbruchschutz sprechen wir bei Fenstergittern, Rollgittern, Fensterläden und Eingangstüren mit speziellen Konstruktionen von prophylaktischem Nutzen gegen Einbruch. Einen solchen Nutzen kann die Alarmanlage auch haben. Nämlich dann, wenn zum Beispiel eine Aussensirene mit gut sichtbarer Blinkleuchte in einer sabotagesicheren Höhe am Gebäude montiert wird.

1. Priorität:

Minimaler mechanischer Schutz (Widerstandszeit von 3 bis 4 Minuten)

2. Priorität:

Alarmanlage als Ergänzung

3. Priorität:

Sicherstellen der Intervention nach erfolgtem Ereignis

 

 
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